Egal wie berechenbar das Leben manchmal sein mag, es ist auch immer wieder für eine Überraschung gut. Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass Heidi Klum ihr berühmtes Halloween-Kostüm schon im Mai (und nicht wie sonst Ende Oktober) zur Schau stellt und der Welt – sozusagen als femininer Gegenpart zu Trump – das Fürchten lehrt? Sich als Tokio Hotel zu verkleiden war auf jeden Fall einer guter PR-Stunt, um so von den sinkenden Einschaltquoten der bekannten Fernsehshow und ihren Spiegel-Selfies abzulenken. Dank ihr glaube ich nun wieder daran, dass im Leben alles möglich ist und die Tür des Käfigs, in welchem wir sitzen, nie verschlossen war. Wer ausbrechen will, hat vielleicht jeden Tag die Möglichkeit genau das zu tun. Doch wie immer bleibt die Frage: Wohin?

Fun Fact:
Tom Kaulitz ließ sich für die Tierschutzorganisation PETA übrigens 2010 mit seinem Bruder Bill in Ketten legen, um so für den Tierschutz zu protestieren. Die gleiche Organisation verlieh Heidi Klum zwei Jahre zuvor aufgrund ihrer Vorliebe für Pelz den Worst Dressed Award Germany. Die Fernsehshow GNTM wurde darüber hinaus immer wieder von PETA für den Einsatz von Wildtieren scharf kritisiert. 

Am besten weg von Hip Bags, Bro Flows und diesen ganzen Vergleichen, die uns nur daran hindern wirklich voran zu kommen und unser Ego schrumpfen lassen wie Matt Damon in Downsizing. Wann haben die Leute eigentlich angefangen sich anstatt zum Geburtstag lieber zum 10.000 Follower zu gratulieren? Manche Dinge nimmt man wohl erst wahr, wenn man ihnen nicht mehr ausweichen kann – so wie den vielen sponsored posts der ganzen Minusmenschen, die wie angekündigt nun als Monsun über uns und den rotblauen Zuckerberg hereinbrechen.

Für Summertime Sadness bleibt mir dennoch keine Zeit. Erstens ist das Leben viel zu schön und zweiten gibt es Wichtigeres als Lina’s Sushi zu kommentieren oder den Geschichten der Titten-Tussen-Tralalas zu folgen.
Natürlich ist auch dieses Jahr schon der ein oder andere kleine Traum zerplatzt. Dafür haben sich ganz neue Wege aufgetan, auf die ich wirklich sehr gespannt bin – für Clickbait ist es leider noch zu früh, sodass wir es bei diesem Teaser belassen. Manchmal muss man einfach eine Weile suchen, bis man einen Platz an der Sonne gefunden hat. Und wie sagte einst Alin Coen: In irgendeine Nische passen wir schon rein.

Bis zu meiner ersten richtigen Reise in diesem Jahr zieht noch eine gefühlte Ewigkeit ins Land. Von Hamburg über Oslo geht es dann im Juli endlich nach Tromsø, und von hieraus mit einem Mietwagen auf die Lofoten. Ich wäre gerne noch weiter in den Norden geflogen. Aufgrund meiner Ursus maritimus-Phobie (2%) und des begrenzten Budgets (98%) musste ich die hipperen Ziele Svalbard und Grönland leider wieder von der Liste streichen. Trotzdem freue ich mich sehr auf ein Wiedersehen mit der Mitternachtssonne, die ich das letzte Mal 2011 in Finnland zu Gesicht bekam.

Nicht mehr lange und es fahren wieder hunderte Autokorsos durch die Straßen Hamburgs. Als Mario Götze damals das entscheidende Tor erzielte (und sich nicht aus seinem eigenen Auto aussperrte), saß ich bei geöffnetem Fenster auf der Couch meiner Studenten-WG im Süden Deutschlands. Ich durfte mich seit kurzem Arzt nennen und hatte keinen blassen Schimmer, was mich die nächsten vier Jahr erwarten würde – immerhin eine Sache, die sich nicht geändert hat. Und genau wie damals bin ich sehr gespannt wie es weiter gehen wird.